A childhood in the ghetto

Raymond Zowa, Geboren am 16. Januar 1993 in Simbabwe, Studienabschlüsse in Agrarwissenschaften, Master im strategischem Management und Unternehmensführung
Raymond  (Ray) Zowa, der enge Mitarbeiter von Sarah, lebte einst im Ghetto Sunningdale. Hier berichtet er über seine dortige Kindheit und Jugend. In dem Gemeinschaftshaus wird zukünftig das Lebens- Kompetenz- Training für Jugendliche angeboten. Dafür hat Ray ein Zertifikat als Life- Skill- Trainer erlangt.          

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin geboren und aufgewachsen in Sunningdale Harare. Das Erwachsenwerden war hart, weil ich in der Nachbarschaft, in der ich geboren und aufgewachsen bin, viele schwierige Situationen durchleben musste. Sunningdale ist ein Vorort von Harare mit hoher Bevölkerungsdichte. Es ist eines der Gebiete in Simbabwe, mit dem höchsten Vorkommen von Drogenmissbrauch, Prostitution, Gewalt und Diebstahl. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und eines dysfunktionalen Familiengefüges in Simbabwe scheitern die meisten Menschen an der Herausforderung, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sodass sich viele auf illegale Aktivitäten einlassen, nur um Essen für ihre Familien auf den Tisch zu bringen.

Ich verlor schon in der Grundschule Freunde und Familienmitglieder an Drogen, Aids und Gewalt, die bis heute ein riesiges Problem darstellen.

Was mich betrifft, so habe ich versucht, Gott nahe zu bleiben und ich habe diese verheerenden Situationen auch als Motivation genommen, mein ersehntes Ziel zu erreichen. Ich habe es geschafft, in der Schule zu bleiben und wirklich alles in mein Studium zu stecken. Ich hatte das Glück, dass ich meine beiden Eltern während dieser Reise an meiner Seite hatte. In meiner Gegend wuchsen nur zwei Personen auf, die es geschafft haben, die Universität zu besuchen, und von diesen zwei habe nur ich einen Masterabschluss.

Wenn ich mir nun die Gegend anschaue, in der ich aufwuchs, bin ich überzeugt, dass ich sehr gesegnet bin. Ich bin definitiv durch Gottes Segen, wo ich heute bin. Derzeit hat sich die Lebenssituation in der Region weiter verschlechtert: Es gibt eine enorme Zunahme von Teenagerschwangerschaften, Gewalt, Diebstahl, Aids, Schulabbrüche, Familien, in denen Kinder gänzlich auf sich allein gestellt sind, häuslicher Gewalt und Armut. Die Maßnahmen der Regierung reichen nicht aus, um bei all diesen Problemen sofort Abhilfe zu schaffen. Die junge Generation ist die verletzlichste Gruppe in der Gesellschaft, vor allem wegen des Mangels an Arbeit.